CD 9/10 Punkte
Wer sie
in ihrer Aufmachung sieht, ist entzückt – wer sie hört, ist entrückt. So
gelingt es Gänsehaut-Bardin Swawa auch mit ihrer neuen Sammlung von äußerst
besinnlich akzentuiertem Liedgut stark mittelalterlicher und balladesker
Prägung, faszinierende Anklänge an längst vergangene Zeiten eindringlich in
Erinnerung zu rufen. Genau so wie mit dem letzten Werk von Carved In Stone,
„The Forgotten Belief“, erging es mir nämlich nun auch mit dem aktuellen ersten
Album: Ich hörte es einen ganzen Nachmittag lang immer wieder und mit jedem
Durchlauf gefiel es mir besser. Denn der mit überaus mystischen Tonfolgen
erklingende Akustik-Folk auf „Hear The Voice“ lebt abermalig in erster Linie
von der sanft verführerischen und betörend reinen Zauberstimme Swawas. Deren hochcharismatisches
Timbre geht auch hier mit Leichtigkeit über die Ohren tief unter die Haut und
von dort direkt ins Herz – und bezirzt somit die Sinne genau derjenigen Hörer,
welche sich wie ich gedanklich im Altertum um einiges wohler fühlen als in der
ehr- und reulosen Neuzeit. Die auf „Hear The Voice“ hauptsächlich von
gefühlvoll gespielten Akustikgitarren unterlegten Sehnsuchtsballaden werden bis
auf wenige Ausnahmen in deutscher Sprache intoniert, ein lobenswertes Vorgehen,
welches intensive Hörmomente ermöglicht. Somit traumhaft anmutende Atmosphären,
überwiegend in der heldenhaften Poesie altnordischer Sagen gehaltene Liedtexte
sowie – vollkommen einnehmende – künstlerische Tiefe ermöglichen bei
entsprechender mentaler Zuwendung imaginative Zeitsprünge. Wenn man so will,
wähnt man sich in den nebligen Reichen Odins, auf verwucherten Waldpfaden
übermächtiger Asen und so manchen Schauplätzen vergangener kriegerischer
Auseinandersetzungen kühner Kämpfer. Eine lobende Erwähnung ist mir auch das
wie schon zuvor hervorragend gewählte Frontcover wert, welches hervorgerufene
Stimmungen erheblich zu potenzieren imstande ist. Zu Lachen gibt es hier also
wahrlich nichts. Eine Feststellung, die als ergebenes Kompliment eines
Verehrers dieser wunderschönen Gesänge aufgefasst werden soll.
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Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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