CD 9/10 Punkte
Eine
überraschende stilistische Wandlung haben diese Erzgebirgler vollzogen. Eine
musikalische Metamorphose, hin zu einer schöneren klanglichen Gestalt, könnte
man sagen. Pendelten sich Andras vor einigen Jahren mit ihrem teutonisch
angehauchten Material noch in der absolut unspektakulären Black
Metal-Mittelmäßigkeit ein, so hat die Band samt neuem Sänger Ecthelion nun
nicht nur einen gehörigen qualitativen Sprung nach vorne gemacht. Auch die
Musik an sich hat sich grundlegend geändert – auf „…Of Old Wisdom“ regiert
epischer Pagan Metal mit erhabenen und ausladenden und gefühlvollen
Atmosphären, nur noch vereinzelt knallt der Schwarzmetallhammer noch hernieder.
Durch Keyboards erzeugte Klangteppiche, oftmals gar bombastischer Natur, dürfen
dabei nicht fehlen, und so sind diese nicht zu knapp auf diesem tollen Album
vertreten. Der dabei kreierte Tastensound, immer genau im richtigen Augenblick
mit perlenden Tonfolgen vorgetragen, ist auffallend spezifisch und prägnant geworden.
Er verleiht den neuen Kompositionen von Andras schier unzählige enorm
eigenständige Klangfacetten. Passt perfekt zur betont heldenhaften Musik.
Anklänge an die großartigen, erhebend mythischen Momente von Bathory oder die
majestätischen Kreationen von alten Vintersorg sind hier in häufiger Ansammlung
zu finden, was großen bis stellenweise gar riesengroßen Hörgenuss nach sich
zieht.
Stichwort
Vintersorg: Das ebenso vielfältige wie hochklassige Organ von Frontbarde
Ecthelion lässt durch seine ausgeprägte Affinität zum heroischen Gesang von
Andreas Hedlund alias Vintersorg wehmütige Erinnerungen daran aufkommen, wie
großartig die Musik des Schweden in den damaligen Anfängen noch war. Der Kerl
hat es drauf, ich fühle mich von der spürbar intuitiven und beseelten Art
seines Gesangs jederzeit voll eingenommen. Doch nicht nur andächtiger
Kriegergesang nebst betörenden Klargesängen wird von Ecthelion intoniert,
diesem seltenen Ausnahmetalent, auch mordstiefes Grunzen und hysterisches
Kreischen dienen ihm ebenfalls als jeweilig probate Stilmittel zur Optimierung
angestrebter Stimmungsebenen – und davon existieren auf „…Of Old Wisdom“ eine
ganze Menge. Überhaupt, Andras scheinen die Extreme zu favorisieren: Früher
extrem mittelmäßig musizierend, heute extrem gut aufspielend, scheint die
unverwüstliche Erzgebirgsstaffel auf dieser Scheibe geradezu über sich selbst
hinauszuwachsen. Die Lieder der ostdeutschen Comeback-Combo wirken beim ersten
Hördurchlauf noch nicht ganz so eingängig, was sich mit jedem weiteren Durchlauf
aber mehr und mehr ins Positive ändert. Ich behaupte sogar, dass einige Stücke
bei entsprechender Neigung süchtig machen. Welches schönere Kompliment könnte
ich einer Band wie Andras machen, die bisher nie groß über den Tellerrand des
Genres hinausgucken durften beziehungsweise konnten?
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Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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