Digipack 8/10 Punkte
Sowohl ihre Hasser als auch ihre
Liebhaber bedienen diese avantgardistischen Schwarzmetaller erneut nach Maß.
Bereits mit ihren beiden eigenwilligen Vorgängeralben sorgten sie für durchweg
intensive Reaktionen aus den einschlägigen Hörerkreisen. Jetzt lassen die fünf
finsteren GRABNEBELFÜRSTEN die beiden ewigen Kontrahenten „Schwarz gegen Weiß“
zur furiosen emotionalen Duellierung antreten. Seinen betont ecken- und
kantenreichen Black Metal ließ das querköpfige Quintett für dieses neue und
dritte Album merklich zu nochmalig gesteigerter musikalischer Reife anwachsen.
Besonders in den zahlreichen knüppelnden Highspeed-Passagen erschließt sich die
spielkulturelle Up To Date-Versiertheit der trotzdem jederzeit trendfreien Band
mit dem abstrakten lyrischen Hintergrund bestens. Die theatralischen
GRABNEBELFÜRSTEN inszenieren mit dieser überaus beklemmenden, wieder mal
gezielt ausgearteten Vorstellung eine gnadenlos marternde imaginäre
Höllenwanderung.
Mitunter muten die beigepackten
obskur-atmosphärischen Denkerstücke durch beängstigende Echtheit beinahe
plastisch an. Die ohnehin dramatische Grundstimmung verdichtet sich im Laufe
der Hördauer mehr und mehr zu einem enddunkel ertönenden Panoptikum humaner
Schattenseiten. Da steckt der Teufel oftmals im Detail, wie man so schön sagt.
Auf vielerlei Weise abartigere Lieder als beispielsweise „Apathie“, „Der
Teufel“, „Grabgewalt“, „Koryphäe im Spiegelbild“ oder „Mein Mondlied“ sind
nicht oft zu hören. Diese bissig produzierte Geisterscheibe ist – nicht nur auf
gesanglicher Ebene – ihre vielfältigste Veröffentlichung bisher. Sämtliche
Songs erscheinen als einheitliche Kreationen homogenen Zuschnitts. Auf einem
ausgeprägt hohen misanthropischen Level. Zwar natürlich nicht mit
oberflächlicher Leichtigkeit zu erfassen, aber letztlich lohnend doch allemal.
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Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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