CD 9/10 Points Metalmessage Mit dieser brandneuen (Thor)Hammerschwinger-Scheibe liefern diese beliebten Russen das von vielen Fans heiß ersehnte dritte Studioalbum ab. Und, um es mal ganz lapidar auszudrücken: Das durchgehend turmhohe Niveau des einfach wunderbaren Albumvorgängers und dessen einmalige künstlerische Note konnte aktuell leider nicht mehr ganz erreicht werden. Trotzdem, Nomans Land gelang auch mit „Raven Flight“ alles in allem ein exzellenter Viking Metal-Diskus. Und herrlich fett ist das Klangbild dieser Platte. Aktuell werden zu meinem Bedauern viel weniger heroische Klargesänge angestimmt, welche zuvor als eindeutig überlegene Stärke in den epischen Nordkriegerliedern von Nomans Land gewertet werden konnten. Hier dominieren also erbitterte Grimmvokalisierungen. Auch ist eine Angleichung an gängige kompositorische europäische Genre-Gepflogenheiten zu erkennen. Die beliebte Formation hat nicht wenig von ihrer zuvor unverwechselbaren Note eingebüßt, indem sie sich offenkundig massiv von skandinavischen Meisterhorden wie beispielsweise Ensiferum oder Moonsorrow zu Neuem inspirieren ließ. Dies bringt auf „Raven Flight“ haufenweise eher subtile Nuancen mit sich, ständig meint man hier hymnisches Neues zu entdecken. Dermaßen feingeistig gehen ansonsten eher die Norweger vor, auch dadurch können eindeutige Rückschlüsse auf nordische Genre-Vorgaben gezogen werden. Nomans Land arbeiten auf diesem clever durchdachten Album mit einem Minimum an verklärender Sentimentalität und erreichen trotzdem ein Maximum an detailreicher, hochemotionaler musikalischer Ausdruckskraft der Sonderklasse. Und gar schwungvoll und stellenweise schmissig gerieten ihnen die neuen Gitarrensätze, gewohnt hochmelodisch und an Eingängigkeit schwer zu überbieten. Immer wieder kristallisiert sich dabei in den Kompositionen trotz aller rohen und hämischen Musiziermomente schwebende Leichtigkeit und delikate Feinheit heraus. Mit dieser leicht bis mittelschwer modifizierten musikalischen Direktive haben die beseelten Russenkämpfer nun mittlerweile internationalen Standard angenommen, was ihnen gewiss wichtige große Türen öffnen wird. Größtenteils bereits eingetretene Türen, die zwar Einlass zur breitenträchtigen und überwiegend trendgeilen Masse der Konsumenten solcherlei Musik gewähren, aber die Band hat es wohl so gewollt. Bleibt mir somit nur noch stark zu hoffen, dass Nomans Land genau dadurch international endlich so richtig durchstarten können – denn für die allermeisten der Anhänger solcherlei Liedguts war die ebenso enthusiastische wie ergiebig talentierte Wodkaschlucker-Gruppe wohl zu weit vom allseits gleichgeschalteten Kommerz dieser Stilistik entfernt. Wie auch immer, die ersten beiden wertvollen Alben bleiben für durch und durch eingefleischte Fans wie mich ohnehin massive Meilensteine – beides unschlagbare Referenzwerke von höchstem Wert. Denn sowohl das einmalige Debütalbum „The Last Son Of The Fjord“ als auch dessen Nachfolger „Hammerfrost“ wiesen obergeniale Eigenwilligkeit von der ersten bis zur letzten Minute ihrer ergötzlichen Spielzeiten auf. - Markus Eck www.metalmessage.de Online-Magazin
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