CD 7/10 Punkte
Beklemmend
gefühlskalt und abartig düster klingend sind die zehn neuen
Kohlenkellerkompositionen hierfür geworden – und wer die vier unglaublich kruden
Albumvorgänger dieser norwegischen Dunkeldiener kennt, den wird das auch nicht
im Geringsten überraschen. Denn „A Greater Darkness” verfolgt die bisherige
Linie der fünf Untherapierbaren – und kann als vollkommen authentisch vertonter
Suizidvorgang über eine Dreiviertelstunde lang klar machen, worum es den
Musikern wieder mal ging: Ihre chronischen Seelenschmerzen musikalisch
bestmöglich zu transportieren und für die Konsumenten vollständig erfahrbar zu
machen. Scheinbar ziemlich diffus gestaltete Songstrukturen gewinnen mit jedem
Hören an Festigkeit, und genau das scheint eine Art Geheimrezept Red
Harvest´scher Kompositionsgüte zu sein. Dazu versetzt der skandinavische Fünfer
seine beängstigenden Kopfgeburten immer wieder mit betont modern angehauchten
Digitalspielereien. Vorsicht: Das vorliegende Resultat konfrontiert dich selbst
in glücklichsten Lebensmomenten mit allem Traurigen und Schlechten dieser Welt
– zieht dich also ganz tief runter. Also wirklich, gar selten wurde dermaßen
intensiv inszenierter Depressions-Industrial Dark Metal mit soviel Wut,
Verzweiflung und Abscheu im Künstlerbauch kreiert. Klagender
Untoten-Grollgesang direkt vom Pathologietisch inklusive. Apokalyptische
Untergangspassagen erfüllt die schizoide Band mit paranoiden Angstvisionen,
resultierend in erschreckend abgründigen Song-Psychosen – Red Harvest stehen
mit diesem Album für hochmorbide musikalische Szenerien geradezu entsetzlicher
Ausformung. Wer das schaurig schöne Selbstmordalbum am Stück durchsteht und
abschließend wirklich noch weiterleben will, der hat wohl eine der härtesten
Prüfungen in seinem Dasein gemeistert.
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Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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