CD 7/10 Punkte
. Mit ihrer vorhergehenden
erfolgreichen Veröffentlichung „Kveldridhur“ avancierten diese beflissenen
Pagan Folk Metal-Musikanten nicht nur bei mir rasch zu überaus beliebten
Genre-Helden. In Form von „Strange Rumours… Distant Tremors“ legen Kromlek nun
endlich ihr Debütalbum vor – für dieses wurden einige erlesene Kompositionen
von „Kveldridhur“ neu eingespielt und arrangiert. Schnell fällt mir hier leider
auf, dass die zuvor noch so abartig frenetisch vermittelte Besessenheit der
gleichermaßen spiel- und emotionsfreudigen Ausnahmegruppe ein wenig gedrosselt
wurde. Dabei hatte ich mir doch ehrlich gesagt das exakte Gegenteil erwartet!
Die aktuellen Lieder klingen dafür, na, sagen wir mal souveräner, in gewisser
Weise reifer und auch um einiges durchdachter. Vereinzelt massive Einbußen an
mitreißenden Dynamiken müssen dafür in Kauf genommen werden, ich nehme es
zähneknirschend hin. Das dauerhaft belebende und offenbar unduplizierbare bissige
Gesamtgefühl von „Kveldridhur“ wird hier nicht erreicht, soviel steht fest.
Ihrer bisherigen stilistischen Linie bleiben die lebendigen Schweinfurter um
den vokalistisch hier beinahe zu vielseitigen – zuweilen unpassend viele Growls
– und noch immer überaus charismatischen Gesangstroll Alphavarg jedoch absolut
treu. So erklingt ihr hochmelodischer Krieger- und Bardensound noch immer
hochhymnisch und genussvoll verspielt. Die Liedertexte auf dem Album werden in
deutscher, englischer und schwedischer Sprache vorgetragen, auch auf dieser
Ebene herrscht also große Abwechslung. Kromlek machen mir dabei mit teils
fesselnden Lyriken erneut eines deutlich bewusst: Tradition ist nicht das
Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme. Wer den aufwühlenden Text
zum Liederkracher „Herjan“ liest, wird – bei entsprechendem Vorhandensein von
Einfühlsamkeit – ganz genau verstehen, was ich damit meine. Der aufmerksame
Hörer wird dazu mit klassischen Einflüssen gleichermaßen verwöhnt als auch mit
vereinzeltem entrücktem Weibsgesang. Wieder mit stellenweise erregend
forcierten Humppa-Anleihen versetzt, lädt auch dieses jederzeit intensive,
erhaben epische und packend eindringliche Heidenwerk unweigerlich zum Tanzen,
Trinken und Feiern ein. Insgesamt klingt diese Platte für meinen Geschmack zwar
wie erwähnt ein wenig zu zahm, zu zurückhaltend – alles in allem gelang den
Schweinfurter Berserkern mit „Strange Rumours… Distant Tremors“ jedoch
abermalig eine gleichfalls ergötzlich grimmige wie beschwingte Angelegenheit, für
die hörbar große künstlerische Mühe investiert wurde. Und dies gilt auch für
die grafisch anspruchsvolle Aufmachung.
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Review by Markus Eck www.Metalmessage
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