CD 9/10 Punkte
Ein ziemliches Hickhack in Sachen
vertragliche Pflichten und Tonträgerverlage ging dieser Veröffentlichung
bekanntlich voraus. Eigentlich sollte „Dominator“ ja bei SPV mit längerer
Liedertitelfolge erscheinen, letztlich zeichnet das einschlägig bekannte
britische Label Demolition Records dafür verantwortlich. Zum Glück für Bandboss
und Alt-Haudegen Blackie Lawless, zum Pech der Fans aber eben jetzt mit weniger
Liedern. Letzteres ärgert mich ganz besonders, denn die zuvor angekündigten
Nachspielversionen von Deep Purple's Klassiker „Burn“ und „Fortunate Son“, im
Original von den unvergessenen Amis Creedence Clearwater Revival, fehlen hier.
Wer die alten genialen Coverversionen von W.A.S.P. noch gut kennt, wie
beispielsweise „I don´t Need No Doctor“ (Ray Charles) oder dem zeitlosen
Überkracher „Easy Living“, welcher originär von Uriah Heep stammt, weiß genau,
was ihm daher Fantastisches entgeht. Gesamtspieldauer von „Dominator“ ist
trotzdem noch immer circa 45 Minuten. Und auf der aktuellen Platte reanimiert
Blackie endlich wieder, allerhöchste Zeit wird es ja, den klassischen
W.A.S.P.-Sound, wie er auf betont emotionalen Hammerplatten wie der ´89er
„Headless Children“ oder drei Jahre später auf „The Crimson Idol“ so
sensationell elitär kultiviert wurde. Nach einigen unsäglichen
Album-Durchhängern und stilistischen Experimenten der Vergangenheit nun also
wieder W.A.S.P. in Reinkultur, und das bedeutet auf „Dominator“
knackig-cleveren Melodic Hardrock mit haufenweise hochästhetischen Heavy Metal-Anleihen.
Die nicht selten sehnsüchtig anmutenden und träumerischen, oftmals balladesken
Arrangements dürfen dabei natürlich nicht fehlen – und Lawless samt
Begleitmusikern haben wirklich ganze Arbeit geleistet, das muss man ihnen
lassen. Gesanglich zeigt sich der hünenhafte „Gesetzlose“ von seiner denkbar
besten Seite, was das Hören der eingängigen und oft betörend hymnenhaften
Kompositionen zu einem dauerhaften riesengroßen Vergnügen macht.-
Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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