8/10 Punkte Das aktuelle dritte Studioalbum
des norwegischen Quartetts kommt verdammt emotional und melancholisch daher –
ihre zuvor so eindringlich-bissigen klanglichen Zorn-Attacken reduzierten Vreid
zugunsten ästhetisierter Anmut ein klein wenig. Letzteres fällt jedoch
überhaupt nicht negativ auf, sondern verhilft „I Krig“ zu einer höchst
stimmigen und von kompositorischer Schönheit durchpflügten Aura kultivierter
Besonderheit. Und genau dies bringt prägnante Anklänge an die guten alten
Zeiten der Vorgängerband Windir mit sich, was ja nur gut sein kann. Bei aller
markant-melodischen Attitüde muss sich der Vreid-Fanatiker bei „I Krig“ jedoch
keinerlei Sorgen um die Härtegrade seiner Lieblinge machen, denn Hváll,
Steingrim, Sture und Ese verleugnen sich hier als Vreid in keiner Weise selbst.
Schwungvolle Eleganzen sind also das eine – folkloristische Extravaganzen wie
im dritten Lied, dem Titelsong, stellen die andere Seite dieser erneut
ausnahmslos empfehlenswerten Veröffentlichung dar. Der Vierer liefert hiermit
zwar vordergründig ein gewohnt ernsthaftes und trotz aller Härte auch zuweilen
nachdenklich gestimmtes Manifest ab, doch: Zwischen den auffallend durchdachten
Notenzeilen der düsteren Partituren schimmert auf „I Krig“ auch eindeutig die
ganz große unverblümte (Spiel)Freude durch. Und Letztere bewahrt sich die von
Anfang an von mir so sehr verehrte Ausnahmegruppe auf dem Album durch bewusst
ausgelebten Mut zur aufblickenden Weiterentwicklung und progressiv angelegtem
Variantenreichtum. Dem auf den beiden vorhergehenden Knülleralben „Kraft“ und
„Pitch Black Brigade“ so stoisch gefrönten geradlinigen Black´n´Roll-Stil haben
Vreid für diese absolut hörenswerte Scheibe vorerst an den Nagel gehängt – und
beweisen mit „I Krig“ ihre musikalisch weit blickende Vielseitigkeit.-
Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
|