[01] Samon
[02] Primordial Breath
[03] Inis Mona
[04] Gray Sublime Archon
[05] Anagantios
[06] Bloodstained Ground
[07] The Somber Lay
[08] Slanias Song
[09] Giamonios
[10] Tarvos
[11] Calling The Rain
[12] Elembivos
Lange,
sehr lange – ja, scheinbar viel zu lange mussten die Anhänger dieser abartig
spielfreudigen Schweizer Garde auf den Albumnachfolger zum immens erfolgreichen
2006er Langeisen „Spirit“ warten. Letzteres beziehungsweise dessen relativ hohe
Verkaufszahlen brachten dem beliebten Oktett um Brüllhals Chrigel nun gar einen
viel versprechenden Plattendeal mit dem bekannten Donzdorfer Label-Giganten
ein. Nach einigen – auch musikgeschäftlich bedingten Verzögerungen – erscheint
„Slania“ jetzt also endlich, und die eidgenössische Enthusiasten-Horde legt
ihre bisher reifste Leistung in Sachen Celtic Pagan Metal vor. Das kernige
Ensemble hält zum Glück nun schon seit Längerem in dieser spielstarken
Besetzung an seinen musikalisch ästhetischen und historisch-thematischen
Idealen fest. Sämtliche Stücke der neuen Eluveitie-Scheibe sind Güteklasse 1a,
und nicht wenige davon fetzen dir ohne Hemmungen die Rübe weg – und zwar immer
dann, wenn der Schweizer Achter mit der unaufhaltbaren Wucht eines sausenden
Rammbocks loslegt; da sollte man besser aus dem Weg gehen. Restlos alles, was
die hochdynamischen und vollmelodischen Keltenkraft-Lieder des Trupps bisher
auszeichnete, wurde also für das brandneue, wirklich bemerkenswert superb
produzierte Epik-Spektakel potenziert. Mit diesem neuen Studioalbum stellen
Eluveitie nun ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis, dass solcherlei
erdonnerndes Material auch mit mannigfaltigem Ideenreichtum gespickt sein kann
– um dadurch angenehm aus der Masse an Produkten von vergleichbaren
Kriegergruppen heraus zu stechen. „Slania“ stellt sich schnell als mordsbissige
aber wunderschön anmutende Bestie heraus, die nur darauf wartet, durch die
Lautsprecher in die Freiheit zu gelangen. Die dadurch stets enorm forcierten
Lehrstücke an denkbar inbrünstigster Liederkunst sind allesamt durchweg von
begeisternder Emotionalität und quirliger rhythmischer Rasanz. Und diese
mitreißenden Kompositionen scheinen glücklicher Weise weder Härte- noch
Techniklimits zu kennen.
Die
helvetische Historiker-Horde wird sich damit zweifellos alte Fans sichern und
neue Anhänger auf ihre Seite ziehen können. Ein dieser Stilistik aus
Überzeugung frönender Metaller kommt ohnehin nicht an der hohen künstlerischen
Qualität vorbei, die Eluvetie auf „Slania“ über den Hörer hereinbrechen lassen.
Herrlich gewaltig erschallen die neuen Nummern, sämtlich veredelt durch
faszinierend-mystische Tonfolgen und allmächtige Chor-Vokalisierungen. Inmitten
niederdrückend tosender Melodic Death Metal-Gewitter klassisch-skandinavischer
Prägung lässt Frontmann Chrigel ungestüme Wutausbrüche auf seiner rau gegerbten
Zunge wollüstig ausreiten. Ja, die immens hohe Intensität der Lieder verlangt
der Kondition der Beteiligten wirklich das Allerletzte an austrainiertem
Durchhaltevermögen ab. Die hiermit sämtliche Zweifler wie ein Mühlstein
zermalmende Schweizertruppe mischt die gesamte globale Konkurrenz mit links
auf. Denn sämtliche Songs auf „Slania“ sind in der absoluten Oberliga dieses
Genres anzusiedeln und können mich auf ganzer Linie überzeugen – weil
Abwechslung, das wichtigste Kriterium für diese Musik, eine omnipräsente
Erscheinung in den rüden Reißern des positiv durchgedrehten Achters mit der
tiefen Passion darstellt. Ein abschließendes Glanzlicht ist auch das
wundervolle Frontcover der Scheibe, welches grafisch gleichermaßen niveau- wie
auch geschmackvoll umgesetzt wurde. Wirklich außergewöhnlich: „Slania“ ist ein
mitreißendes Hörerlebnis, welches man unbedingt gehört haben sollte, um zu
verstehen, dass dieses musikmedial oftmals zu Unrecht gescholtene Metier dank
talentierten Verfechtern wie Eluveitie eine nachvollziehbare
Daseinsberechtigung hat.
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Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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