- Greeting Chaos
- Dead Men's Shadow Flickering *mp3*
- The Lake of Death (Magnion)
- Whispers of Echoes Passed
- Selene - The Spirit
- Shadows In Midark
- The Storm (Hill of Heimad)
- King of Stars - Bearer of Dark
Dieses
schwedische Duo als auch das aktuelle Singapurer Label lagen so einige Jahre
auf Eis, wie man als gut Informierter wahrscheinlich bereits weiß. Zum Glück
sind nun beide Parteien wieder aktiv – denn wer weiß, wann und ob dieses tolle
neue Studioalbum von AZURE sonst erschienen wäre. Jetzt ist es auf jeden Fall
da und kann mehr als überzeugen. „King Of Stars – Bearer Of Dark“ stellt sogar
eine echte Melodic Nordic Death Metal-Überraschung dar: Drummer, Keyboarder und
Backgroundsänger Mattias „Starfall” Holmgren sowie Gitarrist und Sänger Robban
„Amorth” Kanto, der als Maincomposer gewertet werden kann, servieren
gleichfalls hochqualitatives wie stellenweise absolut innovatives Songmaterial.
Das letzte Album, welches gleichzeitig den Debüt-Langspieler markierte,
erschien 1998, ist also schone eine ganze Ecke her. Die beiden Schweden hatten
also eine ganze Menge Zeit zum Ausarbeiten ihrer feinen Stücke. Und die wurde
wirklich bestmöglich genutzt, wie man hier hört. Der rasant beginnende Opener
„Greeting Chaos“ knallt mit leicht progressivem Einschlag ins morsche Gebälk
des Genres, und nicht nur die wirklich superbe Melodieführung verleiht dem
absolut abwechslungsreichen Song seine höchst markante Aura – mittels
verwendeter Stilelemente aus den Bereichen Death, Black und Viking Metal samt
akustischen Intermezzi gelang den beiden eine echte Hammernummer.
Auf völlig individuelle, stellenweise progressive
Melodien legt Komponist Kanto allergrößten Wert, wie sich erschließt – der
ganze Aludeckel ist gespickt davon. Von faszinierender Andersartigkeit als der
Großteil ist der grimmig triumphierende, mit ausgefeilten Phrasierungen
versehene Siegesgesang von Kanto, der nach Belieben von extremen Stimmlagen in
etwas harmonischere und umgekehrt wechselt. Auch der nachfolgende Knüller „Dead
Men´s Shadow Flickering“ ist eine ebenso reife kompositorische Leistung – und
nicht nur in Sachen Gitarrenarbeit, auch mit ständig wieder dynamisch nach
vorne böllerndem Drumming reißen AZURE auf „King Of Stars – Bearer Of Dark“
einiges, was andere während der gesamten Band-Existenz nicht mal sanft
anpacken. Dabei erinnern sie vereinzelt an alte Enslaved. Nur zu gerne hört man
zu, wie die beiden Mucker ihre zwar äußerst ruppigen, jedoch jederzeit sehr
musikalischen Stücke mit verspielten Gitarren-Tonfolgen und niemals
vorherzusehenden Einfällen verzieren. Spätestens ab der Hälfte der in jedem
Fall empfehlenswerten Scheibe ist man sich daher 100%tig sicher, es mit einer
absolut überlegten und hochwertigen Sache zu tun zu haben. Die wunderschön
erklingende Pianountermalung im sechsten Song „Shadows In Midark“ überrascht –
denn Tasteninstrumente sind auf diesem mannigfaltigen Album äußerst spärlich
gestreut. Die ansonsten in diesem Stück schwungvoll gezockte Saitenkunst,
welche gar frostige Stimmungen erzeugt, unterbrechen AZURE sehr gerne mit
einfühlsamen Griffbrett-Arrangements. Abschließend begeistert mich auch der
achte Track, der wieder mit unerwarteten Gestaltungs-Ideen veredelte Titelsong
„King Of Stars – Bearer Of Dark“: Dieser erweist sich als eine mit rauer
klanglicher Schönheit erklingende Semi-Ballade von vielfältig instrumentierter
Erscheinung – selbst symphonische Anklänge wurden eingebracht. Prägnante
Spezialität dieser mit jedem Durchlauf besser gefallenden Veröffentlichung: Bei
jedem Hördurchlauf sind neue prächtige Facetten zu entdecken, die sofort in
ihren Bann ziehen. Hoffentlich lassen sich Holmgren und Kanto nicht nochmal so
lange Zeit bis zum kommenden Album. Zu schade wäre es.
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Review By Markus Eck www.Metalmessage.de
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