8/10 Punkte Mittlerweile operieren sie in spielstarker Quartettformation, sind also um ein
Gruppenmitglied angewachsen – wovon die fünf neuen Kompositionen des vorliegenden
Konzept-Minialbums „Kriegerwahn” massiv zehren. Erbaulich präzise, merklich
detailfreudig, genussvoll melodiereich und auch technisch sehr souverän
holzen sich Fimbulvet hier wieder durchs Unterholz des noch immer sehr populären
Subgenres Pagan Metal. Mit ihrer vorhergehenden Veröffentlichung konnten
mich die Thüringer Fimbulvet nachhaltig begeistern, nicht zuletzt mittels
der darauf enthaltenen eingängigen Passagen, wie dies beispielsweise im
prächtig komponierten Stück „Helias Bann“ der Fall ist. Ein solcher
vollmelodischer Höhepunkt mit Hitqualitäten fehlt zwar meines Erachtens
beziehungsweise Empfindens nach auf „Kriegerwahn”, doch steht die Güte
der aktuellen Lieder noch immer sehr hoch über dem in der Szene vorherrschenden
gesichtslosen Einheitsbrei. Solide, bodenständig, zeitlos und unprätentiös
ist das Material auf „Kriegerwahn”, doch ich vermisse eben besagte prägnante
Melodiken. Doch soll hier auch nicht unterschlagen werden, dass sich ab dem
vierten beziehungsweise fünften Hördurchlauf am Stück mit jedem
Male mehr und mehr griffige Spielnuancen mit Erinnerungsfaktor breit machen.
Dargeboten wird wieder eine signifikant heroisch akzentuierte, urthüringische
Mischung, ganz und typisch Fimbulvet: Also eine dauerdynamische Symbiose aus
dem Schaffen von Menhir und XIV Dark Centuries. Und Letzteres gilt auch gesanglich,
die vier tapferen Heidenstreiter aus den malerischen Thüringer Landen arbeiten
mit fies-furiosen Kreischattacken ebenso wie mit erhaben-triumphalen Klargesängen
als auch mit mehrstimmigen Kleinchören. Gastauftritte beispielsweise von
Vokalist Heiko Gerull von Menhir im Stück „Budskap Fra Vinden“ beziehungsweise
Stickel von Odroerir als Erzähler zeugen dazu von tiefer Szeneverbundenheit.
Auf instrumentellen Ebenen sind Fimbulvet
mittlerweile international voll konkurrenzfähig. Auffallend dabei ist hierbei,
und das beileibe an nicht wenigen Stellen der kurzweiligen Scheibe, dass der
ambitionierte Vierer mittlerweile über eine absolut formidable Gitarrenarbeit
im spielkulturell ohnehin anspruchsvollen Klanggeschehen verfügt – was
Fimbulvet auch in den hochmarkant melodisierten Soli zelebrieren. Höchst
angenehm sind vor allem die verspielten Passagen zu erlauschen, in welchen die
gigantische Liebe des Quartetts zu dieser Art von Musik bestens zutage tritt.
Grafisch haben sich die Beteiligten wieder viel Mühe gegeben, das Frontcover
beziehungsweise das Layout der Platte wurde erneut von Riger-Schreihals Ingo
Tauer angefertigt, und im nobel illustrierten 16seitigen Begleitheft sind alle
Liederlyriken nachzulesen.
-Review by Markus Eck www.Metalmessage.de
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